Die Wissenschaft hat festgestellt…

Hirn- und Baumstrukturen ;-)Vor einiger Zeit war es die Hirn-, gegenwärtig ist es die Glücksforschung, die – bedeutsam im Singular, als gäbe es da keine internen Diskussionen! – zum Beleg vieler Thesen und Vermutungen herangezogen wird: „Die Glücksforschung aber sagt, dass…“

Immer wieder höre ich Leute darauf etwas barsch reagieren (und zuweilen bin ich selbst dabei): Das ist doch alles nicht neu. Viele Pädagogen haben schon lange gewusst und getan, was etwa Manfred Spitzer im Namen der Hirnforschung anmahnt: Lernen als Begreifen zu gestalten, als gemeinsames sinnliches Einüben und Ausprobieren. Etliche Theologinnen und Psychologen haben schon über Lebensqualität, Sinn und Glück diskutiert, als die Protagonisten der Glücksforschung noch ökonomische Nutzenmaximierungsmodelle durchrechneten. So what?!

Dennoch: Ich halte die neue Popularität von Glücks- und Hirnforschung für ein Indiz einer Aufweichung von Meinungsfronten, ein Indiz einer Aufweitung herrschender Paradigmen.
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„Darüber denke ich nicht nach…“

Schwieriger Aufstieg

Eine Coachkollegin hat in lockerer Runde vor einigen Tagen das Thema aufgebracht. Und bei mir offene Türen eingerannt. „Mich beschäftigt die Frage“, sagte sie, „ob manche Unternehmer und Führungskräfte gerade deswegen so erfolgreich sind, weil sie nicht über das nachdenken, was sie tun“.

Mich hat das an eine Äußerung Gerhard Schröders erinnert der – ich meine, es war nach dem Wahlkampf 2002 – sinngemäß gesagt hatte, während der Wahlkampagne müsse er alles geben, deswegen dürfe er auf keinen Fall darüber nachdenken, was er da mache. Reflexion, so habe ich Schröders Äußerung in Erinnerung, hätte seine Performanz und damit seinen Erfolg gefährdet. Weiterlesen ‘„Darüber denke ich nicht nach…“’

Große Ethik klärt die Strategie. Elementare Ethik erhöht die Produktivität.

Gesprächsraum

Vor Jahren haben wir und habe ich die großen ethischen Fragen und Themen für Unternehmen gestellt (etwa im DNWE): Welche Produkte und Dienstleistungen nützen einer lebenswerten Gesellschaft? Was heißen fairer Lohn und faire Arbeitsbedingungen in der Wertschöpfungskette? Wie muss eine partizipative Betriebsverfassung aussehen? Unter welchen Bedingungen und mit welcher Einfärbung ist Gewinn gut und anstrebenswert?

Diese großen ethischen Fragen sind nicht erledigt. Sie sind wertvolle Leitfragen zur Klärung der Unternehmensstrategie in ethisch sensibler Gesellschaft. Gleichwohl: In der Arbeit mit Menschen aus Unternehmen rücken für mich andere Fragen einer elementaren Ethik nach vorne: Weiterlesen ‘Große Ethik klärt die Strategie. Elementare Ethik erhöht die Produktivität.’

Spiritualität im Kommen?

Kapelle in Frunt

Bei Führungsmenschen scheint, wenn ich meinen Beobachtungen traue, das Thema Spiritualität im Kommen zu sein. Religion und Glaube sickern aus der Privatwelt in die Professionswelt und werden immer selbstverständlicher zum Thema. Es sind die alten Fragen nach den Wurzeln und den Visionen, nach dem, was jemanden prägt, und nach dem, was jemand hofft – auch über das Periodenziel hinaus. Was passiert da? Einige fragende Deutungen:

Kann es sein, dass es leichter wird, über Spiritualität zu reden, weil die großkonfessionellen Urteile, was richtig und was falsch sei, an Macht verloren haben? Menschen sind heute freier zu suchen und zu finden. Weiterlesen ‘Spiritualität im Kommen?’

Persönlichkeit trainieren?

Kann man Persönlichkeit trainieren, können Menschen verändert werden? Auf diese Frage stößt jeder irgendwann, der sich mit Führungstrainings befasst.

Techniken und Methoden greifen sicher zu kurz. Das beschreibt in der aktuellen Ausgabe der managerSeminare (Heft 112, 7/2007) Roland Kopp-Wichmann plastisch: Im Seminarsetting üben die TeilnehmerInnen brav die veränderten Techniken ein, lernen zuzuhören, Ich-Botschaften zu senden, Prioritäten zu setzen. Im Führungsalltag aber wird dies alles schnell vergessen, die alten Muster und Verhaltensweisen schlagen wieder zu. Weiterlesen ‘Persönlichkeit trainieren?’

Scheitern als Thema?

Gefällter Baum im Winter

In der letzten Zeit bin ich zwei Menschen begegnet, die – mindestens auf den ersten Blick – gescheitert sind. Einer ist erschöpft und ausgebrannt und hat sich aus dem Unternehmen entfernt. Eine andere ist nach vielen Jahren Geschäftsführung relativ aprupt ausgestiegen.

Bei beiden wird spürbar, dass sie sich befreit haben – von den Fesseln einer angespannten oder unerträglichen beruflichen Situation. Aber ich habe auch gemerkt, wie sehr beide sich fragen: Habe ich versagt? Bin ich gescheitert? Die durchgeschleiften Verletzungen der letzten Jahre tun immer noch weh. Und die Selbstzweifel sind greifbar: Bin ich zu weich für diese harte Businesswelt? Kann ich da noch mithalten? Wo ist mein Ort?

Ob es – neben individuellem und sehr persönlichem Coaching – hilfreich wäre, einen Ort zum Austausch von persönlichen Scheiterns- und Krisengeschichte zu haben? Um zu sehen, dass es anderen ähnlich gehen kann? Um gemeinsam zu klagen? Um nach und nach wieder auf die Beine zu kommen und einen Weg für sich zu finden, der passt – und der die Erfahrung des Scheiterns nicht überspielt? Wie könnte ein solcher gemeinsamer Ort aussehen?



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